Dienstag, 15. März 2016

Und sonst so?



Eigentlich wollte ich etwas schreiben.
Zu den gestrigen Gruppentreffen.
Zu der "neuen" Gruppe, eine "junge Gruppe".

Eigentlich wollte ich schreiben, wie es mir geht.
Eigentlich möchte ich nur noch schlafen.
Eigentlich ist da ein Loch und ich komme nicht mehr heraus.

Diese ständigen Vergleiche machen mich aggressiv, jeder ist kränker als der andere und "eigentlich hast du es doch gut".
Ja, im Vergleich vielleicht.
Doch mir geht es nicht gut.
Verglichen mit mir.

Kommentare:

  1. Dann hoffe ich mal, daß der bald kommende Frühling bewirkt, daß es Dir besser geht, Du aus dem Loch herauskommst und eine Perspektive für Dein Leben findest :-).

    Aber so Vergleiche sind trotzdem schwer zu ertragen.


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    1. Eins kluge Frau sagte letztens zu mir:
      "Wollen Sie unglücklich sein? Dann vergleichen Sie!"

      Danke. Es fehlt an Perspektiven.

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  2. Aus diesem Grund meide ich Selbsthilfegruppen und -foren.
    Ja, man erfährt viel hilfreiches- andererseits geht es immer irgendwem schlechter und das eigene Selbstmitleid kriegt noch einen weg, weil es anderen mieser geht und es denen damit trotzdem besser geht.

    Erlaub dir dein Loch... aber erlaube auch, dir einzugestehen, dass du dich nicht mehr mit dir vergleichen kannst.
    Mit 60 sind wir keine 30 mehr... und krank leider nicht mehr gesund.
    Manche Erkrankungen lassen keinen Schritt zurück in die "gute alte Zeit" zu, das müssen wir als Betroffene leider hinnehmen. Ein Prozess, der sich über diverse Jahre bis Jahrzehnte strecken kann.
    Das Problem ist halt, egal wie unfair und beschissen es ist, krank zu sein- es lässt sich nicht ändern und man kann nur versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.

    Im Studium haben wir irgendwann gelernt, dass Gesundheit nicht die Abwesenheit von Krankheit, sondern ein individueller Zustand ist.
    Ich kann eine gesunde Epileptikerin sein, aber genauso gut eine kranke (was ich in den letzten Wochen viel zu oft war, scheiß Magen-Darm Viren, scheiß Erkältungen...).

    Chronische Krankheiten sind Arschlöcher, besonders wenn sie so hinterhältig sind.
    Wenn man nicht weiß, wann sie wie zuschlagen.

    Ich weiß, dass ich aus heiterem Himmel umfallen und krampfen kann. Egal wo ich bin.
    Ich weiß, dass meine Medikamente das Risiko extrem senken.
    Ich weiß, dass prinzipiell jeder Mensch aus heiterem Himmel einen Krampfanfall bekommen kann.
    Eigentlich bin ich nur einen Schritt weiter. Das macht mir oft Angst, beruhigt mich aber auch- hey, zumindest bin ich nicht die einzige tickende Zeitbombe.

    Nutz den Blog um dich auszuheulen und auszukotzen wenn es dir scheiße geht.
    Irgendwo geht es immer irgendwem schlechter.
    Das ändert nichts daran, dass es dir in der jeweiligen Situation ebenfalls hundeelend geht und das raus muss.
    Auch du hast ein Recht zu trauern- um ein Leben, in dem eine Krankheit keinen Platz eingenommen hat.

    Ich wünsche dir einen Weg aus dem Loch. Lass den Schatten nicht zu stark werden, das hat er nicht verdient.

    Liebe Grüße,
    Jana/Frosty

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    1. Ich danke dir für deine offenen Worte...
      Dass "krank sein" nicht die Abwesenheit von Gesundheit ist, sondern ein individueller Zustand, gefällt mir als Ansatz gut, da muss ich mir mal näher durch den Kopf gehene lassen.
      "Gesund" war ich vor der Diagnose ja auch schon lange nicht mehr [vielleicht lohnt sich dazu mal ein Beitrag?] und das war jetzt so das Sahnehäubchen, das Zünglein an der Waage, dass mich -buchstäblich- zum Straucheln brachte.

      Der Gedanke, dass jeder jederzeit umfallen kann, beruhigt zwar nicht, doch ist irgendwie tröstlich.

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  3. MEine Liebe!
    Vergleiche sind scheiße. Ob krank oder gesund, ob talentiert oder unfähig, ob alt oder jung ob schlau oder ein bisschen Brett vorm Kopf.
    Vergleichen heißt, an anderen orientieren. Das kann hilfreich sein, wenn man lernen möchte, sich verbessern möchte. Es kann einem auch helfen seinen eigenen Zustand ins Verhältnis zu setzen. Aber es kann auch an einem nagen. Die anderen sind viel mehr ... sind viel weniger ... sind. Und man selbst? Ist man nicht(s)?
    Doch. Man ist. Und wie dieses "ist" sich gestaltet und einen damit fühlen lässt, sollte man sich niemals zu sehr von außen aufdoktrinieren lassen. Wenn man einen Tag hat - oder eine Woche - oder einen Monat - in dem man sich krank fühlt. Dann ist es eben so. Aber wenn man einen Tag - oder oder - hat, an dem man sich gut fühlt, dann ist das genauso okay. Und in keiner Situation ist man "besser" oder "schlechter" und es hat einfach keiner ein Recht, einem aufzuzwingen, wie man sich in seiner Situation denn zu fühlen hat, denn man ist. und das ist man mit sich selbst. Und das ist mehr als genug meistens.

    Was ich mit meinem metagefasel sagen wollte ... Lass dich davon nicht zu sehr nerven! Und im Umkehrschluss ... wenn dich das wurmt in solch einer Gruppe - solltest du es vielleicht den anderen einfach mal genau so um die ohren klatschen, wie sie ihren mist ständig dir entgegenschmeißen?

    Ich drück dich auf jeden Fall!

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    1. Das war schönes Metagefasel, dankeschön :)
      Manchmal muss von außen jemand kommen, der einem sagt, was eigentlich offensichtlich ist, oder?

      Vielleicht muss ich einfach [höhöhö...] wieder mehr "sein" und mich nicht wie das Blatt im Wind verhalten...

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  4. fühl dich feste gedrückt meine liebe - du weißt, dass du jederzeit anrufen kannst (tags und nachts) wenn dir nach reden oder einfach auskotzen ist ok?! *bussi links und rechts*

    laß dich nicht runterziehen

    CAT

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    1. Ich weiß, keine Sorge, lasse ich mich nicht, sitze ja schon im Loch ;)

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  5. *drückDich*
    Ich will nicht behaupten, dass ich das Gefühl 100% nachvollziehen kann... Ich stell mir das ähnlich vor (bzw. einfach verstärkter :/), wie wenn ich mal irgendwas hab. Dann ist gefühlt das "Mitgefühl" auch eher mau. Zum einen kommuniziere ich es auch nicht so deutlich, wenn's mir mal nicht gut geht, zum anderen geht es anderen in meinem Umfeld einfach prinzipiell schlechter, wenn man sie fragt. Oder irgendwas ist immer (*hust*meinFreund*hust* Selten mit jemanden so oft im KH gewesen oder zum Arzt getreten. Wobei das letzte Jahr relativ ruhig verlief).
    Ich finde einfach, man muß das "Schlecht-Gehen" von jedem respektieren, auch wenn man es vielleicht nicht direkt nachvollziehen kann. Damit zu "kontern", dass es einem selber ja noch schlechter geht, ist einfach keine Art und hilft doch im Endeffekt auch niemandem weiter.
    Die Dauer-Krankheit kann ich natürlich nicht wirklich nachvollziehen. Ich bin, *aufHolzklopf*, bis jetzt von größerem verschont geblieben (bzw. war zu klein, um mich dran zu erinnern XD). Man steckt nie in anderen Leuten drin. Ich denke, selbst mit der selben Krankheit nicht. Bei jedem läuft es anders (vielleicht minimal, aber anders). Wer gibt einem also das Recht, zu sagen, dass es einem schlechter geht, wie jedem anderen?

    Mh, jetzt weiß ich nicht wirklich, ob man verseht, was ich damit sagen wollte... Fühl Dich auf jeden Fall gedrückt!

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    1. "Kontern" trifft es ganz gut, ich habe ständig das Gefühl, dass es ein Wettbewerb ist: Wer ist kränker? Wem geht es schlechter?

      Ich fühle mich gedrückt und fühle mich verstanden ;)

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