Donnerstag, 23. April 2015

[Update] Neuer Arzt - Neues Glück!


Freunde der Nacht!
Es gibt Neuigkeiten von der Front:

Nachdem ich ja mit meiner bisherigen ärztlichen Behandlungen nicht sehr zufrieden und schon gar nicht glücklich war, habe ich heute einen Termin beim ortsansässigen Neurologen gehabt.

In der vorherigen Praxis war es so, dass es schon das totale Drama war, das monatliche Rezept zu bekommen. Hatte ich die Vorzimmerfurien überstanden, sah ich mich in der letzten Woche einer Frau Doktor gegenüber, der ich die Hand schütteln musste, weil meine Dame im Urlaub war.
Und die die Rezeptbestellung endete mit "Haben Sie noch weitere Fragen? Ich kann Ihnen eh nicht helfen, ich bin ja keine Neurologin".
Da fühlt man sich doch so richtig gut aufgehoben, oder?

Der jetzige Arzt ist schon etwas älter [Rente...bestimmt bald - oh nein!] und war sofort voll dabei, verständnisvoll, hat meine Fragen beantwortet und sich insgesamt eine halbe Stunde lang Zeit genommen. Neben lustigen Neurologentests [Hände drehen, auf Fersen und Zehenspitzen laufen, mit geschlossenen Augen und ausgestreckten Armen auf die Nase tippen] wurde auch mein Allgemeinzustand und meine Beine eingehender untersucht.
Besonders schön ist ja dieser Moment, wenn der Arzt fragt: "Spüren Sie das?" 
Und du sagst: "Da ist etwas...was sollte ich denn fühlen?" 
Dann bekommst du ein komisches Vibrierding an den Arm gelegt - was du am Bein nicht spüren konntest. So sieht es bei mir aus.

Besonders interessant fand ich seine bildliche Darstellung.
Wenn wir uns mein Immunsystem als Wachhunde vorstellen, dann gehen die Hunde nicht auf den Einbrecher los, sondern auf mich.
Halleluja! Klar verständliche Worte! Ihr glaubt gar nicht, wieviele Broschüren ich inzwischen über Nerven und Fette und Nervenhüllen und so weiter gelesen habe...dass ich mir vieles nicht merken konnte, ist wohl offensichtlich. Für mich ist das zu abstrakt.
Wachhunde? 
Das verstehe ich, damit kann ich umgehen.
Und die Medikamente sind dazu da, den Hunden die Zähne zu ziehen, damit sie mich nicht mehr so fest beißen können [Doch ganz außer Gefecht dürfen wir sie ja auch nicht setzen...].

Ernährungstechnisch habe ich jetzt auch einige Tipps bekommen und werde demnächst einmal weiter dazu ausholen. Zwar werde ich wohl weder zum Vegetarier noch zum Veganer, doch gibt es einige kleinere und größere Wandlungen.
Genau wie Sport, besonders Ausdauersport soll es sein, nicht massig, sondern mäßig.

Und die beste Nachricht:
"Nur" 30% der MS-Erkrankungen verlaufen/enden/gipfeln so, wie wir immer den Eindruck haben, im Rollstuhl, Kontrollverlust, etc.
Wenn man die Einkaufstraße entlang geht, begegnet man mehr MS-Kranken, als man meint, nur ist das eben nicht offensichtlich.
Die "schweren" Fälle, die bleiben in Erinnerung.

Und machen Angst.


Um noch einmal auf das Wachhund-Bild zurückzukommen: 
Mir war ja schon immer klar, dass ich ein bisschen tollwütig bin, euch nicht? ;)