Dienstag, 24. März 2015

Selbstwert und Diagnose


Foto vom dm-Marken-Camp-Beauty 2014 - weil es gerade irgendwie so gut passte...

Jawoll, ich habe es getan:
Ich war inzwischen zu zwei Vorträgen der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft - und es war so richtig gut!

Entgegen meienr Befürchtung war der "Vortrag" [eher "mitmach-"Vortrag] zum Thema Selbstwert keine "Wir haben alle lieb und kuscheln Bäume"-Veranstaltung, sondern ein toller Anriss zu den Themen Denkfallen, Selbstbild, Selbstwahrnehmung und Charakteristika an sich. 
Ich kann das im Einzelnen gar nicht alles wiedergeben und es würde auch sehr platt daherkommen, wenn man nicht dabei war. [Eben diese "Psychoblubberei"]
Und es waren einige dabei - und das ist ja manchmal auch ein wenig beängstigend, wenn man sieht, welche Formen die Krankheit noch annehmen kann und unter welchen Einschränkungen andere leiden.

Auch beim Vortrag "Diagnose MS" wurde noch einmal eine ganze Menge vermittelt - und mir vor Augen geführt, dass bei mir ja mal so ziemlich alles schiefgelaufen ist: 
Keine Aufklärung im Krankenhaus, nicht durch die Neurologin, keinen Kontakt zu MS-Schwestern [was es nicht alles gibt!]  und auch sonst war ich ja ziemlich verlassen auf weiter Flur.

Dafür kümmert sich mein Sportguru mit monatlichen Messungen um mich - seit Februar habe ich 1 kg Fett verloren - doch auch 200g Muskelmasse abgebaut. Jetzt wird der Trainingsplan umgestellt, ich bin ja sehr gespannt - und auch stolz auf das Kilo Fett, das nun nicht mehr an mir haftet.
Meine erste neue Trainingsrunde heute....Alter Falter! Ich kann meine Arme nicht mehr heben - dann funktioniert es doch, oder?

Mein kleiner-kleiner Bruder klopfte mir letztens tröstend auf die Schulter - und hat tatsächlich Muskeln gefunden und dies anerkennend kundgetan [Ich bin mir zwar nicht sicher, wo die da unter dem Schwabbel herkommen, aber immerhin!]

Was das Auge angeht...es gibt mehr schlechte als gute Tage, weswegen ich immer noch keine Zentangle-Sachen angefangen und auch meine Bücher nicht weiter lese...es kann nur besser werden.

 

Montag, 2. März 2015

Ich ruuuuuuhig....mein Atem fliiiiiiießt....


Ihr werdet es nicht glauben:
Ich gehe nicht nur seit Dezember bemüht regelmäßig zum Fitness-Studio [und trainiere dort auch, auch wenn es so aussieht, als würde ich nur die Wasser-Bar belagern..] und habe doch vor Kurzem meinen ersten Kurs mitgemacht: Entspannung.
Liegen und Atmen, so dachte ich, datt kannse!

Kannse mal vergessen!
Denn wo Entspannung entstehen soll, muss erst einmal mächtig angespannt werden und wenn man versucht, meinen Pudding in die Kriegerhaltung zu bringen - plumpse ich gekonnt wie ein nasser Sack zu Boden.
Oh wie peinlich. Ich wieder.

Der Hund und die Katz funktionierten da schon besser [Im Kniestand buckeln und durchdrücken - läuft!], doch dann versucht mal in die Kobra zu rutschen...ja, klingt genauso spannend wie es aussah und ich musste mir erst einmal die ganzen Bewegungen genau anschauen, bevor ich sie nachturnen konnte.
Komischerweise ging das Kugeln auf den vier Buchstaben mit um die Fesseln geschlossenen Händen ziemlich gut - ist wahrscheinlich genug Fläche da [Und ich hatte so eine Angst, den ganzen hinteren Rücken am nächsten Tag blau zu haben...].

Und nach einer Runde durch den Zoo turnen, hieß es dann: Hinlegen und zuhören.
Wäre ja gar nicht mal so schlecht gewesen, wenn man mir gesagt hätte, dass das große Handtuch, das man mitbringen sollte, zum Zudecken gebraucht würde.
Ich brauchte es als Nackenstütze, denn im Gegensatz zu den erfahreneren Entspannern hatte ich nichts für den Rücken mit, keine Decke und kein langärmeliges Oberteil - ich kam ja quasi direkt vom Training!
Toll.

Während die Dame dann ansagte, wie man sich zu entspannen habe, fror sogar ich ein wenig und der Nacken schlief mir ein. So sieht es aus. Ich bin nicht zum liegen und atmen geschaffen ;)

"Unser Atem fließt. Wir sind ruhig."
Und mir ist kalt und eigentlich möchte ich nach Hause. Es ist schon spät.
"Wir sind ganz ruuuuuuhig."
 Ich wollte doch noch Fotos für den Blog machen - hoffentlich komme ich schnell genug nach Hause, um The Blacklist aufzunehmen.
"Wir spannen unsere Arme an, ziehen die Zehen nach oben, kneifen die Pobacken zusammen und..."
So ein Dreck, mir schläft der Nacken auf dem Handtuch ein...
"Wir halten die Spannung noch ein wenig, gerade so sehr, dass es noch angenehm ist..."
Eine halbe Stunde kann ganz schön lang sein.
"...und wir genießen das Gefühl der Entspannung und spüren genau nach."
Kann man eigentlich vom Atmen Muskelkater bekommen?
"Wie sind ruuuuuuhig..."
Der neben mir schnorchelt. Mir ist immer noch kalt. Ich will nach Hause.

Wie ihr euch denken könnt: Ich war nicht sonderlich entspannt und irgendwie auch ein wenig froh, als es vorbei war.
Eine interessante Erfahrung, ich weiß noch nicht, ob ich sie wiederholen werde - dann aber auf jeden Fall mit Decke, Kissen und Sweatjacke!