Montag, 23. Februar 2015

Wer bin ich? Wer bist du?



Was das eigentlich Schlimmste an dieser ganzen Krankheitsgeschichte ist?
Die Grenzen verschwimmen.
Was bin ich? Was ist die Krankheit? Was bilde ich mir ein? Was ist etwas völlig anderes, gegen das man vielleicht auch vorgehen sollte?

Morgen habe ich einen weiteren Termin bei meiner Neurologin und ich bin ziemlich sicher, dass er genau so uneffektiv sein wird, wie die letzten.
Ja, ich fühle mich dort nicht aufgehoben und habe im April auch einen Termin bei einem anderen Neurologen und hege da große Hoffnungen hin.
Nach der ganzen Literatur ist es nämlich immer noch erschreckend, wieviele Dinge, die ich im letzten Jahr als "Du wirst älter / Du bildest dir das nur ein" abgetan habe, doch scheinbar Auswirkungen des Krankheitsbildes sind. 
Und dass die Neurologin gar nichts davon hören will und sich nicht meiner Sorgen und Gedanken dazu annimmt, spricht eigentlich schon für sich, oder?

So werde ich immer unsicherer.
Was ist nun eine MS-Auswirkung? Was ist Trotteligkeit? 
Was bin ich? Was ist die Krankheit?

Auf dem Papier bin ich ja schon eine halbe Portion. Was ist die andere Hälfte?
[Fortschritt ist die and're Hälfte...aus welchem Lied kommt das denn plötzlich?]
Was habe ich in den letzten Jahren ignoriert, was vielleicht Beachtung hätte finden müssen?

Ja, ich habe letztens im C&A beim Anblick eines Jungens im Rollstuhl [Offensichtlich eine andere Behinderung als MS] beinahe einen Tränenausbruch erlebt.

So liegt man eben die halbe Nacht wach und grübelt vor sich hin.



Mittwoch, 18. Februar 2015

[blubb] Aus dem Alltag einer MS-Kranken


Mein erster Griff am Morgen ist der zur Brille, da ich ja eher so das Modell Maulwurf bin.

Letztens greife ich also zur Brille, tappse zu meinen Vorhängen, ziehe sie auf - und erstarre!
Auf meinem rechten Auge: Alles total verschwommen!
Wie bei meinem Schub auf dem linken Auge.
Großes Gefluche und Geschimpfe.

...bis ich bemerkte, dass ich einen riesigen Fettfleck auf der Brille hatte...



Montag, 9. Februar 2015

Mein erstes Mal...eine MS-Ortsgruppe besucht.


Puh, das war also mein erster Besuch bei einer MS-Ortsgruppe - und natürlich habe ich alte Frau den Altersdurchschnitt rapide nach unten gedrückt. Ich hatte nicht damit gerechnet, gerade weil die Diagnose ja immer öfters in jungen Jahren getroffen wird.

Der heutige Termin war mit einem Vortrag eines Fachmanns [, der so viele Ausbildungen und Auszeichnungen hatte, dass ich sie mir nicht alle merken konnte] zum Thema "Therapiedschungel" verknüpft.
Ganz interessant war der Rundumblick durch die ganzen Therapieformen und dass es keine Schande und kein persönliches Versagen ist, sich Hilfe von Außenstehenden zu holen.
Irgendwie ist das in unserer Gesellschaft [ein wenig wie "Selbsthilfegruppen"] ja ziemlich negativ besetzt, was ich ganz seltsam und auch schade finde [wobei es in manchen Gesellschaftsschichten ja auch schon wieder "chic" ist...].

Jedenfalls sollte man sich wohl schon näher mit dem Thema beschäftigen, wenn man sich die Frage stellt, ob es nicht vielleicht sinnvoll wäre, zu einem Therapeuten zu gehen.

Ansonsten war es eine bunte Runde und ich bin sehr gespannt, was die nächsten Treffen bringen. Beim Termin im März kann ich zwar nicht, doch zu dem Termin "Ernährung und MS" bin ich auf jeden Fall dabei und da freue ich mich ja wie bolle drauf!
Ich habe inzwischen so viel über Ernährung und Arachidonsäuren gelesen, dass ich meinen Arzttermin im April gar nicht früh genug haben kann!
Haupttenor der Arachidonsäuren: Hauptsächlich wohl in Fleisch enthalten und stehen im Verdacht, Entzündungen im Körper hervorzurufen, weswegen Rheuma-Patienten oft geraten wird, auf Fleisch zu verzichten - und es ihnen ohne Fleisch auch tatsächlich besser geht.
Schwierig sind die ganzen Wechselwirkungen der Säuren - auch mit zuckerhaltiger Ernährung, es wäre schön, da mal einen Fachmann zur Hand zu bekommen. 
Vielleicht ist in Zukunft ja bei einem Seminar ja was dabei, da stehen im März ja so einige an.



Samstag, 7. Februar 2015

Bald geht es los...

Ein von Nebo Brimstone (@kunterdunkle) gepostetes Foto am



...unglaublich, doch wahr:
Nach meiner Anmeldung bei der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft [DMSG] im November 2014 habe ich mich auch bei der Ortsgruppe angemeldet - und gestern Post bekommen.
Na, die sind ja von der ganz schnellen Truppe!

Doch im Gegensatz zu der Internetseite, auf der die Termine mit "Jeden zweiten Montag im Monat" angegeben werden, ist nun eine aktuelle Terminliste dabei - und auch Zusatzveranstaltungen.

Ich habe ein wenig Angst, neue Leute kennenzulernen.

Ganz besonders freue ich mich auf den Vortrag "Ernährung bei MS", ob ich da etwas zu den ganzen seltsamen Säuren in Fleisch erfahre?

Ich bin gespannt.



Dafür war ich nach drei Wochen "kranksein" diese Woche gleich drei Mal trainieren [und habe mir abends unendlich geiles Eis reingepfiffen, ja, daran muss ich auch noch arbeiten...] - und ich kann mich nicht mehr rühren.
Todesmutig habe ich ein paar der Schulter-/Rückengeräte versucht, die meine Ma schon länger benutzte.
Während des Trainings war auch alles gut, die Bewegungen [Natürlich mit wenig Gewicht!] fluppten und es gab auch kein unangenehmes Gefühl in mir. Die angeblich beanspruchten Muskelgruppen funkten auch kein SOS, also alles bestens.
Bis zum nächsten Morgen.
Schon beim Wachwerden: Da sind sie! Alle Muskeln auf einmal!
[Die wunderbare Erkenntnis, dass ich überhaupt Muskeln besitze, konnte den Schmerk jedoch nicht lindern!]
Und meine Beine...Leute! Meine Beine...ich krieche herum wie eine alte Frau, unglaublich. Scheinbar habe ich doch mehr Muskeln, als ich dachte...meine Muskeln sind auch ganz überrascht.