Sonntag, 30. November 2014

...was ist hier los?


Guten Tag zusammen!

Entweder  bist du durch meinen Hauptblog hierhin gelangt - oder kennst mich persönlich - oder warst einfach auf der Suche nach einem Schlagwort.
Wie auch immer: Herzlich willkommen!
Ich bin Min, manche kennen mich auch unter anderen Namen, doch Namen sind ja nur Schall und Rauch.

Warum heißt das ganze "Mins Schatten"?
[Weil "Mein Schatten" schon belegt war, Sauerei!]
Dem aufmerksamen Leser wird es nicht entgangen sein: Mins Schatten.

Im Oktober 2014 habe ich nach einem Jahr Rennen von Arzt zu Arzt wegen eines tauben Beins dann die endgültige Diagnose erhalten: Multiple Sklerose.
Im Krankenhaus lief es ungefähr so ab: "Herzlichen Glückwunsch, Sie haben schubförmige, remitierende MS, gehen Sie zum Neurologen."
Danke auch.

Der erste dokumentierte Schub erfolgte gleich im November 2014 mit Cortisonstoßtherapie in eben jenem Krankenhaus - und der einzige, der Aufklärung und Motivation lieferte, war der Physiotherapeut, der einen einmaligen Besichtigungstermin hatte.

Inzwischen bin ich Mitglied der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V. und habe Kontakt mit der Ortsgruppe aufgenommen, bin in Behandlung mit Rebif bei einer Neurologin und kämpfe mich langsam, doch sicher aus meiner Schockstarre heraus. Wobei meine Familie, Freund und Freunde mir mehr als tatkräftige Unterstützung leisten.

...und was soll das hier überhaupt werden?
Das weiß ich eigentlich selbst noch nicht.
Ich arbeite auf eine Mischung aus Erlebnistagebuch und Gedankengängen hin. 
Mich würde es freuen, wenn ich ein wenig Austausch finden würde. Auf keinen Fall soll es eine Bemitleidensrunde werden, denn nichts ist schlimmer als dieser schockierte "Oh!"-Ausdruck auf die Offenbarung: Ja, ich habe MS.

Erst habe ich gehadert, lange mit mir gerungen:
Möchte ich, dass es jemand erfährt? Möchte ich es überhaupt jemandem sagen?
Durch meinen Schub nah an der Diagnose hatte ich das Gefühl, ich müsse mich auf der Arbeit ziemlich schnell "outen".
Meinem Freundeskreis wollte ich es einfach mitteilen, es sind schließlich meine Freunde.
Meinen Hauptblog wollte ich damit nicht belasten, das ist ein Ort, der allein für die schönen Dinge des Lebens gedacht sind. Was nicht heißen soll, dass ich hier keine schöne Erfahrungen teilen werde, sondern vielmehr, dass hier auch Platz für "den ganzen Rest" ist.
Und ich halte nichts von Verstecken, denn es fördert doch nur den oben erwähnten schockierten Ausdruck.

...Schatten?
MS wirft einen Schatten.
Zuerst komplett über mich, ich drohte zu versinken.
Doch bei näherer Betrachtungsweise: Er war schon lange da, lag also schon in vielen Situationen hinter mir und erklärt einige Begebenheiten, in denen ich einfach gedacht habe: Du spinnst! [Stichwort: Fatigue]
Jetzt liegt er vor mir. Zieht sein dunklen Bahnen auf meinem Weg und taucht die Zukunft ins Ungewisse.
Manchmal verdränge ich ihn, wenn die Sonne scheint, doch taucht er in den Phasen des Zweifelns zu den frühen Morgenstunden und der leisen Abenddämmerung hinterrücks wieder auf.
Wir müssen zusammen auskommen.
Denn seinen Schatten verliert man nicht.